Berger-Rauswurf: BLSJ nimmt Stellung

Der Bund Lesbischer Schwuler JournalistInnen hat sich nun auch mal zur Causa Berger geäußert:

Die Entlassung von David Berger als Chefredakteur von “Männer” hat aus Sicht des BLSJ-Vorstands mit einer Einschränkung der Pressefreiheit nichts zu tun. Die privatwirtschaftliche Organisation der Presse ist vom Grundgesetz gewollt, ebenso wie der Tendenzschutz für Verleger.ä

Der Bruno-Gmünder-Verlag hat in diesem Rahmen selbstverständlich das Recht und auch die Pflicht, den Chefredakteur auszutauschen, wenn er seinen publizistischen Leitlinien zuwiderhandelt. Aus unserer Sicht hat der Verlag in diesem Fall auch nicht überreagiert, sondern lediglich die überfällige Konsequenz aus einem seit längerem zu beobachtenden journalistischen Abdriften David Bergers in rechtspopulistische Argumentationsmuster gezogen.

David Berger hat damit die nötige, konstruktive und differenzierte Auseinandersetzung über die Gründe für die verbreitete Homophobie in muslimischen Glaubensgemeinschaften diskreditiert. Homophobie ist in allen drei Buch-Religionen unter Fundamentalisten ausgeprägt und darf nicht als Argument missbraucht werden, eine besondere Gefährlichkeit des Islam zu konstruieren. Statt der Verengung auf Religion ist eine Fülle von Faktoren zu berücksichtigen. Dazu zählen neben sozialer Ausgrenzung und Diskriminierung zweifellos patriarchale Familienstrukturen und die fehlende Erziehung zu kritischem Denken, die eine Übernahme von homophoben Stereotypen begünstigt.

Der Vorstand des Verbands reagierte damit auf eine Anfrage von Robert Niedermeier für einen Artikel in der "Jungle World".

Berger selbst ist derweil vor allem in der "Huffington Post" aktiv – mit unverfänglichen Artikeln, die größtenteils schon vor Monaten auf der Webseite von "Männer" erschienen sind. Deren neuer Chefredakteur Kriss Rudolph hat kürzlich in einem Interview mit queer.de dargelegt, was er anders als sein Vorgänger machen will.

2 comments on “Berger-Rauswurf: BLSJ nimmt Stellung

  1. BLSJ e.V. sagt:

    Der Bund Lesbischer und Schwuler JournalistInnen hat sich übrigens deshalb geäußert (und nicht "nun auch mal"), weil er zu der Causa Berger angefragt wurde. Das hätte auch jedes andere Magazin vorher machen können. Anders als der LSVD äußern wir uns nicht ständig ungefragt.

  2. Robert Niedermeier sagt:

    Stimmungsmache statt Journalismus”, attestiert ihm sein Nachfolger. Momentan wird Berger dieser schonungslosen Einschätzung erneut gerecht und glänzt mit einer plumpen Fälschung. – See more at: http://reiserobby.de/die-neueste-statistik-des-luegenbergers/#sthash.hMOkAHIu.dpuf

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