David Berger und der IS: Ja, Panik!

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Droht der "Islamische Staat" schwulen Männern in Deutschland, sind gar CSDs gefährdet? Das befürchtet jetzt David Berger in der HuffPo, wo man ihn nun "Journalist" nennt, eine Beleidigung für die ganze Branche.

Mit Fakten hatte es der Dogmatiker ja nie so, selbst zu seinem Lieblingsthema Islam. Als kürzlich die Terrororganisation "Islamischer Staat" zwei Männer wegen einer angeblichen Homosexualität vom Dach stürzte, war es bei ihm auf der damals von ihm betreuten "Männer"-Seite nur ein Mann. Aber dafür verbreitete Berger immerhin Bilder der Tat, ganz im Sinne der Terroristen übrigens.

Davor und danach hat der IS noch weitere Männer angeblich wegen Homosexualität umgebracht, mal mit, mal ohne Bilder. Auf queer.de, das laut Berger solche Themen "totschweigt", war darüber immer verlässlich zu lesen. Von Berger hörte man nichts, wohl, weil er mal was besseres zu tun hatte als Nachrichten zu instrumentalisieren.

Leider hält diese Phase der Stille nie lange an. Nun also: "ISIS-Kämpfer" hätten auf Twitter angekündigt, sie würden "nach Rom kommen, um dort vom ’schiefen Turm von Pizza‘ Homosexuelle zu stürzen", schreibt Berger in der HuffPo, teilt damit ganze Facebook-Kanäle voll und bezahlt das Netzwerk sogar noch für eine bessere Verbreitung.

Ihm selbst sind dabei schon die mangelnden "geographischen Kenntnisse des Schreibers" aufgefallen, anderen auch noch die orthographischen.

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Interessanter ist aber, von wegen "ISIS" und "Drohungen" und "Kämpfer" und so, dass es sich um Tweets einer anonymen Einzelperson handelt, und ob diese wirklich ein "Kämpfer" ist oder ein Trittbrettfahrer, ein Scherzkeks oder ein Satiriker, vielleicht auch einfach ein paar britische gestörte Kiddies – das weiß niemand. Der inzwischen gelöschte Twitter-Account war nur wenige Tage aktiv. Er trägt den Namen eines britischen Dschihadisten, der unter einem anderen Account unterwegs war und inzwischen als getötet gilt.

Man könnte das also für Blödsinn halten und ignorieren. Man könnte es notfalls mit Humor aufgreifen, so wie viele Twitter-Nutzer oder auch Kriss Rudolph, David Bergers Nachfolger bei "Männer".

Oder man könnte Angst erzeugen, ganz im Sinne der Terroristen übrigens. Berger schreibt:

Der am vergangenen Wochenende abgesetzte Tweet könnte darauf hindeuten, dass man aufseiten der Islamisten die terroristische Bedrohung in Europa und den USA nun verstärkt auf Homosexuelle richtet. Gerade die ab dem späten Frühjahr wieder anstehenden Prides bzw. "Christopher Street Days" (CSD) bilden in diesem Zusammenhang ein schwer zu schützendes Terrain.

(…) Auch wenn keiner derzeit wagt, es öffentlich auszusprechen, taucht die Frage bei schwulen Männern immer öfter auf: Welcher CSD wird dieses Jahr als erstes aus Sicherheitsgründen abgesagt werden?

Das ist viel Panikmache für einen unverifizierten Tweet, und sie geht weit über das Boulevardeske hinaus, malt ein Bedrohungssznenario an die Wand. Aber es geht Berger ja nicht um Aufklärung, sondern um Profilierung im rechten Umfeld. Da wundert es auch nicht, dass Berger bei Facebook das WordPress-Blog "Gegenislam", eine Art schwules PI, verlinkt, das seinen Beitrag aufgegriffen hatte. Es verwundert auch nicht, dass er einen Kommentar vom schwulen AfDler Mirko Welsch liked, der meint, angesichts der Pisa-Story sei "alle Härte im Sinne unserer Gesetze nötig".

So wird freilich erst eine hysterische Atmosphäre geschaffen, in der man gar keine Terroristen mehr braucht, sondern nur ein paar Gerüchte, um Angst und Schrecken zu verbreiten, Veranstaltungen unnötigerweise absagen zu lassen. Eine Atmosphäre auch, die bestens geeignet ist, um die angeblich bedrohte Freiheit durch Gesetze einzuschränken.

One comment on “David Berger und der IS: Ja, Panik!

  1. Robert Niedermeier sagt:

    Auf seiner Facebook-Seite und seinem FB-Profil macht sich der ehemals als Bestseller-Autor bekannt gewordene Theologe wiederholt lächerlich. Zum einen mutmaßt der Blogger Berger, dass es im Sommer (ohne ihn an der Spitze der Zeitschrift?) keine CSD-Demos mehr geben könnte, weil der islamistische Terror unaufhaltsam auf dem Siegeszug sei. Zum anderen glaubt Berger, dass sich die Schwulen-Szene (nach seinem Männer-Rausschmiss?) insgesamt in der Auflösung befände. Und: “Gay-Ghetto”-Berger versucht sich erneut als Statistiker. So habe Männer-Online nach seiner Entlassung “innerhalb weniger Wochen 75 Prozent ihrer Leser verloren”, schreibt Berger öffentlich auf seinem Facebook-Profil. “So kann man die eigene Persönlichkeitsstörung mit einer Statistik belegen, die man an der richtigen Stelle abschneidet”, schreibt dazu ein schwuler Facebook-User, der Bergers fingierten Alexa-Statistik-Screenshoot-Post als Lüge entlarvt. – See more at: http://reiserobby.de/die-neueste-statistik-des-luegenbergers/#sthash.hMOkAHIu.dpuf

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