Die Homosexuellen in der AfD sagen Danke

Vorgeschichte: Ein Artikel von queer.de über den Wahlkampf in Hamburg. Im Wahl-o-Mat sprach sich die AfD dafür aus, den "Lesbisch Schwulen Filmtagen Hamburg", einer "Gesinnungsveranstaltung", die Förderung zu streichen. Auch im Wahlprogramm finden sich homophobe Stellen. Zu diesen Fragen nahm nun Jens Eckleben (Listenplatz 14) beim Portal abgeordnetenwatch.de Stellung, und das ebenfalls mit einiger Homophobie. Die Homosexuellen in der AfD, mehr zu ihnen u.a. hier, freute das gestern dennoch:

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Uns fehlen dazu die Worte, daher haben wir uns einfach die näheren Dankesworte der Homosexuellen in der AfD ausgedacht:

Danke Dir, Jens Eckleben. Wir lieben frühere Funktionäre der Partei "Die Freiheit" (und schade eigentlich, "Homosexuelle in der Freiheit" wäre auch ein schöner Name gewesen).

Danke für die Aussage, homosexuelle Freunde zu haben. Du meinst sicher uns und wir fühlen uns geehrt.

Danke für die Aussage, Dich störe die "Aggresivität", mit der "von einigen Aktivisten und Funktionären schwul-lesbische Anliegen in die Öffentlichkeit getragen werden". Sehen wir genauso. Uns stört auch die Kritik an uns. Und selbst wollen wir schließlich nur bei einem Thema aggressiv sein. Danke daher auch für Deine Aussagen zur Homophobie "unter jungen, aggressiven Muslimen", zu der Dich keiner befragt hat.

Danke auch für das "Verständnis für Eltern, die besorgt sind, weil in Baden-Württemberg, Niedersachsen und anderen Bundesländern sexuelle Themen sehr früh und massiv in Lehrpläne eingearbeitet werden sollen". Die sind ja wie unsere Eltern, und wer will sich schon mit denen anlegen? Wir jedenfalls nicht. Ohnehin sind war ja für jede homophobe Panikmache zu haben, solange sie nebenbei auch die Grünen trifft.

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Du weißt nach eigener Aussage nicht, wer die Fragen des Wahl-O-Mats beantwortet hat. Wir wollen das auch nicht wissen.

Danke für die Aussage, die AfD-Meinung im Wahl-O-Mat spiegele nicht Deine eigene wieder. Das hat zwar keine Konsequenz und Du sagst ganz klar nicht, ob Du nebem dem Filmfest auch dessen Förderung befürwortest, aber wir verbreiten das mit ein paar zusätzlichen Nebelkerzen gerne weiter an alle, die meinen, die AfD sei homophob. Queer.de lügt einfach, wenn es die Wahrheit verbreitet, da hatte unser Bundesvorsitzender schon immer recht. Auch gemein, wie sie immer Screenshots aus anderen Zusammenhängen nutzen.

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Schöner wäre noch, Du wüsstest auch nicht, wer das Wahlprogramm erstellt hat.

Wir sind auch dankbar für diese frühere Aussage bei abgeordnetenwatch: "Die Auseinandersetzungen zu ‚Gender Mainstreaming‘ also einer künstlichen Gleichmacherei der Geschlechter, die ‚Frühsexualisierung von Kindern‘ in einigen Bundesländern und die zunehmende Ablehnung der traditionellen Familie ist eine Tatsache, die man heute nicht mehr wegdiskutieren kann."

Haben wir gar nicht vor. Stattdessen ein Dickes Bussi
Deine Homosexuellen in der AfD

4 comments on “Die Homosexuellen in der AfD sagen Danke

  1. NX sagt:

    Meint ihr statt "AFD-nahen Portal abgeordnetenwatch.de" nicht zufällig das Portal http://www.abgeordneten-check.de/? Denn das ist AfD-nahe, abgeordnetenwatch ist m.W.n. eine ziemlich neutrale Plattform.

  2. queeribanA sagt:

    Oops, ist korrigiert, Danke. Sie verwirren uns noch alle…

  3. Vielen Dank für diesen Artikel. Da hinnerk ja den Wahl-O-Mat-Skandal der AfD enthüllt hat und sich seit dem heftiger „Lügenpresse"-Vorwürfen ausgesetzt hat, haben wir bei der Bundeszentrale für politische Bildung nachgefragt, wie die Antworten der Parteien zustande gekommen sind. Hier die Antwort:

    „Die Thesen des Wahl-O-Mat wurden den Parteien zur Beantwortung geschickt wurden. Die Parteien hatten zwei bis drei Wochen Zeit, alle Thesen zu beantworten. Sie wurden gebeten, die Thesen entsprechend der Parteihaltung mit "stimme zu", "stimme nicht zu" oder "neutral" zu beantworten. Außerdem konnten sie zu jeder These eine Begründung abgeben, mit der sie ihre jeweilige Positionierung ausführen und ihren genauen Standpunkt zum Themengebiet konkretisieren können. Die Thesen werden ausschließlich von den Parteien beantwortet, nur bei Unstimmigkeiten und möglichen Fehlern werden die Parteien darauf hingewiesen. Die Parteien haben aber die letzte Entscheidung über ihre Positionierungen und Begründungen im Wahl-O-Mat.

    Dabei standen wir mit den Parteiführungen im Land in Kontakt bzw. mit Personen, die von der jeweiligen Parteiführung benannt wurden. Die Thesen wurden von den Parteien in einem zugangsbeschränkten Online-System beantwortet sowie zusätzlich schriftlich an uns geschickt. Etwaige Unklarheiten in den Begründungen wurden anschließend ggf. mit den Parteien besprochen und diesen die Möglichkeit gegeben,Unklarheiten auszuräumen.

    Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Auskunft über unsere Kontaktpersonen bei den Parteien geben können, da diese Informationen nur für den vertraulichen Austausch mit den Parteien, nicht aber für Presseanfragen o.ä. vorgesehen sind. Sollte die AfD Zweifel daran haben, dass die von uns publizierten Antworten mit denen von ihrer Parteiführung autorisierten übereinstimmen, so steht es der AfD natürlich offen, deswegen mit uns in Kontakt zu treten. Allerdings ist uns bisher keine solche Nachfrage von seiten der AfD bekannt."

    Die Antwort der Pressestelle und des Hamburger Spitzenkanditats der AfD stehen noch aus.

    t.b.c.

  4. zukan sagt:

    QUTSCH Prof. Kruse hat längst dementiert und die hinnerk und QUEER können ÜBERHAUPT NICHT NACHWEISEN wer den homefeindlichen Spruch beim Wahlomat eingesendete hat. LÜGENPRESSE

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